MOOSBRUGGER: KLIMASCHUTZ GEHT NUR MIT MULTIFUNKTIONALER WALDWIRTSCHAFT

Jun 14, 2021 | Allgemein

LK Österreich: EU-Parlament negiert vielfältige Wirkungen des Waldes

Wien, 11. Juni 2021 (aiz.info). – „Das Europäische Parlament hat einen Bericht zur EU-Biodiversitätsstrategie 2030 angenommen. In diesem Papier wird dem Wald künftig in erster Linie die Rolle als ‚Endlager für fossile Emissionen‘ zugedacht und die Holznutzung eingeschränkt. Die Wissenschaft warnt vor einer solchen Hochrisikostrategie, denn ein nicht bewirtschafteter Wald droht wegen der Klimakrise selbst zur CO2-Quelle zu werden. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer völlig einseitig in die Pflicht nehmen zu wollen und ihnen durch die Reduktion der nachhaltig realisierbaren Holzmengen die Einkommensbasis zu entziehen, ist nicht nur ein unzulässiger Eingriff ins Eigentum, sondern man fährt damit die Klimaschutzpolitik generell an die Wand. Mit solchen politischen Ansätzen wird der Ausstieg aus fossilen und CO2-intensiven Materialien niemals gelingen“, mahnt Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger anlässlich der „Woche des Waldes“, die vom 14. Bis 20. Juni unter dem Motto: „Nachhaltiger Wald – nachhaltiges Holz“ steht, eindringlich eine realistische Klimapolitik ein.

Waldfläche und Biodiversität nehmen zu

Dass eine nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung in Europa gelebt wird und dies eine Stärke der Europäischen Union ist, zeigen die Fakten. Trotz steigender Holznutzungsmengen haben seit 1990 sowohl die Waldfläche der EU als auch der Holzvorrat stark zugenommen. Die Waldfläche stieg um 14 Mio. ha, das entspricht der 3,5-fachen Waldfläche Österreichs. Der Holzvorrat in den europäischen Wäldern wurde um 8,2 Mrd. m3 angereichert, das entspricht der 8-fachen Holzmenge im österreichischen Wald.

Auch die Biodiversität profitiert von der Waldpflege. So zeigt die Waldinventur ganz deutlich, dass immer mehr Totholz im Wald vorhanden ist, Nadelholzreinbestände zugunsten von Mischbeständen zurückgehen und der Laubholzanteil generell steigt. Zudem sind auch vermehrt sogenannte ‚Veteranenbäume‘ im Wald anzutreffen. „Wenn Nachhaltigkeit gelebt wird, wie in Österreich und weiten Teilen Europas, dann braucht es keine sinnlosen Beschränkungen. Vielmehr braucht es Anreize für die Bürger, verstärkt den klimafreundlichen Rohstoff Holz in allen Lebensbereichen zu nutzen. Europa muss seine multifunktionale Waldbewirtschaftung stärken und darf die Wertschöpfungskette Holz keinesfalls schwächen“, fordert der Präsident.

Fossil raus, Holz rein

„Nimmt man den Klimaschutz ernst, dann muss der Verbrauch fossiler Rohstoffe rasch auf ein Minimum reduziert werden. Eine vermehrte Holzverwendung ist dabei ein wesentlicher Teil der Lösung. Viele Produkte auf Basis Erdöl können schon heute durch Holz oder Holzwerkstoffe ersetzt werden. Das hilft dem Klima doppelt. Einerseits ist in 1 m3 Holz eine Tonne CO2 gespeichert, bei Verwendung als Bauholz wird das Treibhausgas über einen langen Zeitraum aus der Atmosphäre ferngehalten. Andererseits entstehen durch den Ersatz fossiler beziehungsweise CO2-intensiver Materialien erst gar keine klimaschädlichen Emissionen. Ein zusätzlicher Effekt: Durch die Waldpflege, bei der Holz anfällt, wird dieser klimafit gemacht“, so Moosbrugger.

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