NÖ Jagdverband: Wildbretabsatz wegen Corona-Pandemie massiv eingebrochen

Mai 15, 2020 | Allgemein

Direktvermarktung und Verkauf über Handelsketten soll forciert werden

Wien, 14. Mai 2020 (aiz.info). – Die Corona-Krise bleibt auch für Jägerinnen und Jäger nicht ohne Folgen. Der Absatz von Wildbret, der für gewöhnlich zu 80% über die Gastronomie und den Tourismus erfolgt, ist auf null gesunken, und auch die Preise für Wildbret sind in den Keller gerutscht. Zusätzlich haben wegen COVID-19 Menschen vermehrt Zeit im Freien verbracht, was dem Naturraum Wild, wie etwa durch die Zerstörung von Nestern oder durch wildernde Hunde, massiv zugesetzt hat, erklärte anlässlich des bevorstehenden Tages der Jagd am 15. Mai NÖ Landesjägermeister Josef Pröll. Trotz Corona-Maßnahmen und fehlender Wildbretabnahme konnte der Jagdbetrieb aufrechterhalten und somit weitreichende Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft verhindert sowie der Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest entsprechend weiterverfolgt werden, betonte Pröll.

„Wir begreifen die Corona-Krise als Chance, denn die Ernährungstrends wie gesund, regional und nachhaltig weisen klar in Richtung Wildbret“, verwies Pröll auf ein vom NÖ Jagdverband ausgearbeitetes Programm mit den drei Säulen Direktvermarktung stärken, neue Absatzkanäle öffnen und Wildbret stärker als in der Vergangenheit bewerben. Auch der Trend für vermehrtes Kochen zu Hause soll dabei berücksichtigt werden. In einer vierteiligen YouTube-Serie (noejagdverband.at/youtube) werden interessierte Jäger über Direktvermarktung, Zerwirken und Hygiene sowie über entsprechende steuerliche und wirtschaftliche Angelegenheiten informiert. Auf der Website des NÖ Jagdverbandes (noejagdverband.at/wild) werden aktuell auch 45 Direktvermarkter aus 15 niederösterreichischen Bezirken, wo Konsumenten Wildfleisch regional beziehen können, beworben. Rechtzeitig zur Maibock-Zeit ist heimisches Wildbret nun bei der Handelskette Spar gelistet. Außerdem findet am 27. Mai 2020 ein Webinar zum „Thema Professionelle Vermarktung und neue Absatzmöglichkeiten“ vom Netzwerk Kulinarik statt.

„Die Corona-Krise zeigt den Sinn der Jagd deutlicher denn je“, unterstrich Pröll. „Die Jägerinnen und Jäger sichern die Lebensräume der heimischen Wildtiere. Sie entwickeln und erhalten einen artenreichen sowie gesunden Wildbestand und sie produzieren hochwertiges Wildbret und andere regionale Produkte. All das ist unser gesetzlicher Auftrag und unsere Leidenschaft für das Handwerk Jagd. Das Bewusstsein für den Nutzen dieser Aufgaben ist in der Krise gestiegen“, stellte Pröll klar.

Schwerpunkt 2020: Kinder

Nach dem Niederwild-Schwerpunkt des NÖ Jagdverbandes im Jahr 2019 stehen heuer die Kinder im Fokus. „Das Wissen über die Jagd und ihre Aufgabenbereiche ist in den letzten Jahren gesunken. Deshalb verfolgen wir das Ziel, die jagdliche Bildung in Niederösterreich zu stärken und zu professionalisieren“, erklärte die Generalsekretärin des NÖ Jagdverbandes, Sylvia Scherhaufer. Den Kindern sollen jagdliche Themen wie beispielsweise über Wildtiere vermittelt sowie ihr Verständnis für die Natur und ihre Kreisläufe geweckt beziehungsweise gefördert werden. Bereits jetzt informieren Jäger in Schulen und Kindergärten und beteiligen sich an Ferienspielen. Ziel sei es, nun darauf aufzubauen. Vom NÖ Jagdverband ernannte Jagdpädagogen dienen als erste Ansprechpartner in Sachen Kinder und Jagd im Bezirk. Voraussetzung ist, dass diese eine waldpädagogische Ausbildung und mehrere Jahre die Jagdprüfung haben. Nach dem Prinzip „Train the trainer“ bilden diese Jagdpädagogen wiederum Jäger als Teil des Weiterbildungsprogramms aus.

Neues Magazin: „Wilde Kids“

Für Besuche in den Schulen erhalten die Jäger Unterrichtsmaterialien, die ab Herbst präsentiert werden. Außerdem ist der Juni-Ausgabe des Verbandsmagazins „Weidwerk“ erstmals das neue Magazin „Wilde Kids“ für Kinder von acht bis zehn Jahren beigelegt, welches künftig zweimal im Jahr erscheinen soll. Die Inhalte drehen sich beispielsweise um Wildtiere, Lebensräume, Aufgaben des Jägers, Ausdrücke der Jägersprache sowie das richtige Verhalten in der Natur. Auch wird Wert auf große, detailgetreue Bilder gelegt und etwa Tiere, die leicht zu verwechseln sind, wie Hase und Kaninchen, gegenübergestellt. Rätsel und Bastelanleitungen sind ebenso ein Bestandteil des neuen Magazins, das die Jäger auch bei Besuchen in Bildungseinrichtungen verteilen und beim NÖ Jagdverband bestellt werden kann.

 

 

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