EU-Waldwirtschaft: Köstinger weist Umweltkommissar Vella in einem Brief zurecht

Jun 16, 2016 | Allgemein

Neun Abgeordneten-Kollegen unterstützen Kritik an unsachlichen Aussagen

Brüssel, 16. Juni 2016 – Bei der EU-Konferenz „Beyond wood – the multiple services provided by Europe’s forests“, die im Mai 2016 von der Europäischen Kommission in Brüssel abgehalten wurde, gab es deutliche Kritik am Redebeitrag von EU-Umweltkommissar Karmenu Vella. Während die Konferenz zum Ziel hatte, die vielfältigen nachhaltigen Leistungen des Forsts in Europa hervorzustreichen, unterstellte Vella den europäischen Waldbesitzern ausschließlich am Profit interessiert zu sein und nicht nachhaltig zu wirtschaften. „Kommissar Vella irrt gewaltig, wenn er glaubt, dass nachhaltige Forstwirtschaft ohne Waldbesitzer stattfinden kann. Ich verlange eine Kehrtwende und die Anerkennung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Leistungen der Forstwirtschaft für Europa“, weist EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger nun den EU-Kommissar in einem Brief zurecht. Das Schreiben wurde von neun weiteren EU-Parlamentariern unterzeichnet.

„Es ist von höchster Priorität, einige Missverständnisse über nachhaltiges Forstmanagement klarzustellen“, beginnen die Abgeordneten das Schreiben an EU-Umweltkommissar Vella. „Statt mit dem Finger auf Europas Waldbesitzer zu zeigen, sollte sich die EU-Kommission lieber auf die Anerkennung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Rolle der europäischen Wälder und Forstwirtschaft – die drei Säulen der Nachhaltigkeit – konzentrieren“, üben die Europaparlamentarier Kritik.

Die europäischen Waldbesitzer würden wesentlich zur Erreichung der Ziele einer ‚green economy‘ beitragen – vor allem zu jenen, die mit Klimawandel und einer effizienten sowie nachhaltigen Verwendung von Ressourcen im Zusammenhang stehen. „Mit ihrer seit Jahrzehnten harten Arbeit sichern sie die Versorgung mit Trinkwasser und tragen zum Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen und Muren bei. Überdies ist es der Verdienst der europäischen Waldbesitzer – die sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren -, dass bereits fast ein Viertel der Wälder Europas Teil des Natura2000-Netzwerks sind. Sie arbeiten daher nicht auf Kosten der nächsten Generationen“, bringen es die EU-Abgeordneten in dem Brief auf den Punkt.

Keine einseitigen politischen Vorgaben

Die EU-Kommission solle zudem die Bedeutung des Eigentums und der Eigentumsrechte anerkennen. Einseitige politische Vorgaben für die vielfältigen europäischen Waldsysteme würden an den Bedürfnissen und den Prinzipien der Nachhaltigkeit vorbeigehen.

Neben EU-Abgeordneter Elisabeth Köstinger aus Österreich (EVP) haben den Brief auch Ulrike Müller (aus Deutschland, ALDE), Christofer Fjellner (Schweden, EVP), Fredrick Federley (Schweden, ALDE), Albert Dess (Deutschland, EVP), Jens Nilsson (Schweden, S&D), Anneli Jäätteenmäki (Finnland, ALDE), Hannu Takkula (Finnland, ALDE), Franc Bogovič (Slowenien, EVP) und Norbert Lins (Deutschland, EVP) unterschrieben. Der vollständige Brief steht auf aiz.info als Download zur Verfügung.

Elli Köstinger

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